Zur sechsten Runde der B2a erwarteten wir zuhause den SC Noris Tarrasch Nürnberg 5, welcher natürlich als klarer Favorit in diese Begegnung gehen durfte, doch aufgrund der zuletzt eher schlechteren Resultate hatten wir dennoch einen leichten Hoffnungsschimmer das Unmögliche wahr zu machen - ja, endlich sollten Punkte her...
Bei uns kam Norbert zu seinem ersten Bezirksligaeinsatz und auch die Gäste waren diesmal nicht ganz komplett.
Pünktlich gegen 2e starteten dann auch schon die Partien und man konnte fast überall einen munteren Eröffnungsverlauf betrachten.
Bei Patrick an Brett 6 entstand eine wilde Mittelspielstellung
in welcher der weitere Verlauf und auch der Ausgang der Partie erstmal völlig offen war.
In Hoffnung, dass sich endlich mal eine ordentliche Stellung in Punkte auszahlen würde wendete sich der Blick wieder den anderen Brettern zu.
Bei Werner war nicht viel los und anscheinend schien sich mein Tipp am Freitag an ihn, dass ein Remis hier wohl ein nicht ganz unwahrscheinliches Ergebnis sei und er ruhig dahingehend spielen könne
zu bewahrheiten...
Nun gut, Rudi und Gerhard hatten nach etwa eineinhalb Stunden einfach nur schlechte Stellungen zu verwalten. Erstgenannter hatte seine Dame etwas ins Abseits gestellt und lief zudem geradewegs in den gegnerischen Angriff hinein, hier schien nur noch wenig zu gehen und auch an Brett 7 bei Gerhard rückte die Erstickungsgefahr immer näher. Wenig später hieß es dann auch schon 0:1 - Rudi konnte dem starken Angriff einfach nicht mehr standhalten, doch Gerhard kämpfte noch etwas weiter, Hoffnung?! - wenn dann leider wohl nur sehr geringe.
An Brett eins kam eine wie erwartet mal wieder wirre beiderseitige Eröffnungsbehandlung zum tragen, die uns beiden einiges an Zeit kostete (wen wunderts wenn zwei gute Bekannte von Gevatter Zeitnot aufeinandertreffen
).
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gerade hatte ich c4 gezogen und nun folgte ein starkes Bauernopfer mittels 10.f5!? - während der Partie und auch danach waren wir uns beide nicht sicher ob es denn wirklich korrekt sei und auch der Engine gefällt es nicht so recht, aber die liegen ja eh des öfteren daneben, bzw halten sich Schachspieler unserer "Stärke" seltenst an deren Vorschläge und somit geht in der Praxis vieles... aber gut, weg vom kurzem "Gedankensprung" zurück zu den weiteren Geschehnissen. 11. Ld4+ Kh1 12. gxf5 d3!? dies hatte ich mir auch kurz angeschaut und dann mit dem Gefühl abgelegt "schaut immer noch gut für den Nachziehenden aus" (mein Gefühl trügte mich hier auch nicht, nur fand ich in der Folge nicht immer den besten Zug und so blieb es weiterhin kritisch).
Michael spielte an Brett fünf gegen sein hochfavorisiertes Gegenüber wunderbar mit und erreichte eine ausgeglichene Mittelspielstellung (die Bewertung schwankte nie "großartig") - doch ja, doch bis zu diesem Zeitpunkt:
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Ld6?? schmeisst leider die "ganze Partie weg" - Sd3! und der Läufer hängt... (Dd7 TxTc8+ und mit Minusfigur hat das keinen Sinn mehr, jedoch hätte Weiss nach DxTc1+ SxDc1 LxLg3 schon noch ordentlich arbeiten müssen
Schwarz besitzt die offene c-Linie, hat einen starken Springer auf d5 und der Anziehende muss erstmal einen Plan entwickeln wie und vor allem wo er denn voran kommen möchte! Ganz klar - weiterspielen wäre hier die Devise, so gab es eben ein 0:2 zu notieren
. Kurze Zeit hierauf musste auch Ersatzmann Norbert (danke noch mal hierfür) nach gutem Spiel die Hand zur Aufgabe strecken 0:3. Und es schaute somit schon recht früh nach einer derben Klatsche aus, denn auch Dieter hatte seine passable Stellung aufgrund des Zwischenstandes immer mehr in Richtung "Ich überziehe mal eben fürs Team!" getrieben.
hier würde ich persönlich den Damentausch präferieren, um im leicht besseren Endspiel noch etwas kneten zu können, doch ich kann Dieters Bedenken bezüglich der Remislastigkeit sehr gut verstehen und somit ging es wie folgt weiter: 18. Dd2 Lc6 19. b3 Dc5 20. Te1 f6 21. a4!? (alles oder nichts!) Tad8 22. b4 (und weiter geht die Marie) ...Db6
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alles noch ok und immer noch leicht vorteilhaft für uns, doch 23. b5?! geht einfach positionell nicht (a5 hält zumindest den Raumvorteil fest und treibt die Dame weiter zurück in eigene Gefilde) und ab dem Zeitpunkt sollte dann erstmal auch nur noch Schwarz am spielen sein. Nun gut, Dieter schmiss sich noch mal gewaltig in den Kampf und alle Hoffnung schien noch nicht verloren!
Und da hiess es auch schon an Brett sieben die 0 einzutragen - da war einfach nichts mehr zu holen für Gerhard... 0:4 wo soll denn nur der Ehrenpunkt herkommen?! dies war nun wohl die "wichtigste" Frage.
Patrick und Werner waren noch gut dabei, während es an den vorderen beiden Brettern langsam mehr als kritisch ausschaute. Bei Werner folgte dann im völlig zugemauertem L+S-Endspiel auch der verdiente Remispunkt - hier war nie wirklich was los. 0,5:4,5
Was machte denn der Berichterstatter?! - zuschauen wie bei beiden die Zeit immer mehr gen Null lief und sich eine rechte Ahnung über die Stellung auf dem Brett auch nicht auftun wollte
.
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nach dem interessantem d3 tauchte ich lange ab und fand dennoch eine etwas unglücklich getroffene Entscheidung.
13. ...LxSc3?! (Sg4 oder das leider viel zu schnell verworfene h4! hätten kommen müssen - welche mir aber beide zu unklar erschienen und daher eben das suboptimale LxS etc folgte... es geht noch, aber ich muss ab nun genau spielen) 14. bxLc3 fxe4 (immernoch war Sg4 dem vorzuziehen, stellt "simpel" den Springer besser, nimmt ein paar Ideen mit LxSh6 aus dem Spiel und sollte zu einer etwa ausgeglichenen Stellung führen) 15. Se5 (ein psychologisch starker Zug, aber objektiv ist dxe4 deutlich stärker (Weiß kommt über die offene d-Linie und mein König hängt im Angriffshagel einfach fest...) - ja, hätte ich denn Sg4!! gefunden und nicht sofort mit "da hängt gleich der Turm und Drohungen hab ich auch keine" abgetan, sondern auch noch nach Sxf7?? Tf8! geschaut, doch diese "Falle" hatte ich gar nicht aufm Schirm) und so ging bis auf eine hektische Zeitnotphase nicht mehr viel 15. ... Tg8 16. Df2 e3 17. Lxe3 Sf5 18. dxc4 Dd6
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ich hatte hier das Gefühl als wäre das alles noch irgendwie zu halten, doch wollte ich auch trotz etwa 20 Minuten Zeitvorteil nicht mehr auf die Lösung "des Wies" kommen... Stockfish zeigt jedoch auch nur +0.32 an, also sollte noch was gehen (dies auszuführen würde aber den Rahmen hier sprengen... & in Sicht auf die Uhr konnten wir das beide eh unmöglich finden). Es ging zwar noch etwas hin und her, doch im 34. Zug war dann bei jeweils um die eine Minute Restbedenkzeit Schluß und "Dimi" konnte eine verdiente 1 eintragen. Nicht "schlecht" gespielt, doch der Gegner war heute einfach besser - verstanden haben wir von der Partie wohl beide nicht alles/viel
. 0,5:5,5
Oh - was ist denn das? wir können auch noch gewinnen
- Patrick konnte sich in dieser Saison endlich mal belohnen und eine gute Stellung in Punkte ummünzen! Einiges hin und her manövrieren brachte diese Stellung aufs Brett:
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es folgte 20. ...Sd7?? und Patrick schnappte sich eiskalt den Bauern 21. Sxd5 Dc5 22. Dh5 g6 23. Dh4 LxSd5 24. TxLd5 Dc7
der Anziehende besitzt einen glatten Mehrbauern und zudem noch die wesentlich aktivere Stellung - einzig der e-Bauer scheint etwas "anfällig". 25. Sd4 Sdc5 26. TxTd8 TxTd8 27. Df6 Sg7 28. Sc6 Te8 29. Ld5 Sce6
mittels natürlicher Züge konnte Patrick seine Figurenaufstellung enorm verbessern und lauert nun nur noch auf den finalen Schlag! 30. g4! (einfach stark & weiter druff) ...Tf8?? uupps - hier geht doch was!
ein Zug und es ist sofort vorbei!?
der Textzug lautete jedoch 31. Kg2 (macht nichts kaputt (bereitet zudem h4 vor), aber lässt eben die eine Riesenchance erstmal liegen) ...Te8 (zeigt irgendwie die Machtlosigkeit in dieser von Weiss total dominierten Stellung, aber es geht halt einfach nichts ausser auf das Ende "zu warten" - so stark ist die weisse Stellung bereits)
32. h4 h5!? (noch die beste Verteidungsidee) 33. g5 Sf5??
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die zweite Möglichkeit zum direkten Gewinn lässt Patrick nun nicht mehr liegen und schnappt cool zu! 34. TxSf5! (und es ist vorbei) ... gxTf5 35. g6 f4 36. Se5 fxg6 37. LxSe6+ TxLe6 38. DxTe6+ Kh8 39. De8+ Kh7 40. Dxg6+! Der einzige Sieg des heutigen Tages stand zu Buche, denn Dieter sollte seine Partie nicht mehr halten können. Saustarke Leistung von Patrick und das bei diesem gefährlichem Gegner! Sein erster erlegter 1900er, doch wenn die Leistungskurve weiterhin so steil nach oben zeigt, war dies sicherlich nicht der Letzte!!
Endstand somit 1,5:6,5 - welcher auch in der Höhe in Ordnung gehen dürfte, wir waren einfach klar schwächer an diesem Tage. Ein paar Photos vom Wettkampf sind bei Noris zu finden.
Leider ist damit der praktische Abstieg nun auch endgültig besiegelt - doch ein paar Ehrenpunkte sollten zumindest noch her. Am nächsten Spieltag (13.03.) ist der Tabellennachbar aus Büchenbach bei uns zu Gast - wir dürften erstmals als Favorit in eine Begnegung gehen, doch so seien wir gewarnt "wer den Erlangern fast ein 4:4 abknöpft und an den ersten drei Brettern gegen Stammbesetzung drei volle Punkte einfährt ist DWZmäßig eindeutig zu schwach eingestuft!" - dennoch können wir auf eine interessante Begegnung gespannt sein.
Bis dahin heisst es noch etwas "Üben" - erste Gelegenheit für Patrick, Jonas und mich trifft sich gleich diesen Samstag, wo es ins Franken-Center geht und am Sonntag folgt dann auch schon das Halbfinale im Bezirkspokal bei SW Nürnberg Süd!
SG Wilhermsdorf/Langenzenn 1 1690 1,5 : 6,5 SC Noris Tarrasch Nürnberg 5 1889
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Eber Fabian 1937 0 : 1 Vogiatzis Dimitrios 2016
Eberle Dieter 1947 0 : 1 Kozik Andreas 1928
Käferlein Werner 1708 0,5 : 0,5 Süß Helmut 1870
Derbsch Rudi 1577 0 : 1 Corral Carlos 1904
Anskat Michael 1588 0 : 1 Kelm Klaus 1913
Launer Patrick 1652 1 : 0 Herlan Klaus-Jürgen 1921
Tobisch Gerhard 1486 0 : 1 Schlötterer Hermann 1782
Franz Norbert 1621 0 : 1 Rausch Wolfgang 1778
Alle Partien zum Nachspielen:
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