Wir könnens noch...

das Punkten ist nicht verlernt - nur nach der TO geben 50 erspielte Prozent auch diesmal nichts für die Tabelle der Bezirksliga 2a her! "Bock hin Bock her" wäre ein weiterer Arbeitstitel für diesen Beitrag gewesen, welcher ebenso zutreffend war - doch erstmal der Reihe nach.
Wir empfingen zur 7. Runde den Tabellennachbarn aus Büchenbach, welcher im Verlauf der Saison mit einem Sieg über Ansbach, einem Unentschieden über Kirchehrenbach/Ebermannstadt und zuletzt dem bärenstarken 3,5:4,5 gegen den Ligakrösus auf sich aufmerksam machen konnte - wir waren also trotz unserer einmaligen Favoritenrolle in dieser Saison gewarnt.

Während die Gäste fast in Bestbesetzung, oder gar mit der Taktik ihres Topscorers (!?) anreisten, so mussten wir krankheitsbedingt auf unseren Achten Mann verzichten und somit schon mal ein 0:1 notieren. Frisch aus dem Ausland eingflogen sprang auch Norbert diesmal wieder in die Bresche (klasse Einstellung!) und er legte gleich munter los, baute mit Weiss einen soliden Sizilianer auf und es roch schon nach einem baldigem Königsangriff. Doch zum ersten Schlag setzte Dieter an, vor der Partie noch mit der Aufstellung des "Trainers" gehapert Big smile legte er los wie die Feuerwehr. Die Eröffnungsphase lief aus weisser Sicht optimal - normal aufgebaut, gut entwickelt und gleich den kreativen schwarzen Aufbau anspringend

das nun folgende 11... e6?? stellt einfach einen Bauern ein 12. Dd4 e5 13. Dxd6 Dc7 14. DxDc7 SxDc7 15. d4 öffnet das Zentrum und verbessert das weisse Figurenzusammenspiel 15... exd4 16. Txd4 Se6 17. Td2 Se7 18. Thd1

der Nachziehende hat bis auf den Bauerneinsteller nicht viele Fehler begangen und steht dennoch in höherem Sinne schon auf verlorenem Posten. Hier lautete der Textzug 18... Td8 mir persönlich gefällt 0-0-0 etwas besser, doch das ist wohl Geschmacksache - eng wird es so oder so...
19. f4 und weiter drauf 19... b5!? wohl der beste Versuch noch irgendwie Konterchancen zu bekommen 20. e5 Sc5 21. b4 Sb7

noch fast alles an Material steht auf dem Brett, doch der Schwarze ist im Prinzip schon komplett bewegungsunfähig. Dieter ist hier am Zug und es würde taktisch einfach Sxb5 gehen, doch auch 22. Se4 ist absolut gleichwertig 22... Sf5 23. Sf6+ und der Läufer geht endgültig ins Nirvana (wie die Musik gerade, so halt auch der Bericht... Cool ). Nach gut einer Stunde stand es dank einer klasse Leistung von Dieter somit 1:1 und der Wettkampf konnte bei Null beginnen.
Es schaute sich auch recht gut an - Michael an Brett drei konnte aus der Eröffnung heraus einen glatten Bauern und enormen Zeitvorteil gewinnen, Patrick hatte die leicht bessere Stellung, jedoch mit ordentlich Potential zum Sieg, Rudi stand arg passiv, aber dennoch schien alles spielbar und an Brett 8 roch es wie schon gesagt nach Königsangriff. Einzig das meinige Brett und Werners konnten etwas Sorge bereiten - wobei ein Eröffnungsnachteil auf meiner Seite nichts ungewöhnliches und zugleich schlechtes bedeuten muss, stellte Werner einfach einen Bauern und somit mehr oder weniger auch schon die Partie ein, denn diese Stellung:

möchte wohl niemand mehr mit Weiss weiterspielen - Unterentwicklung, gegnerisches Läuferpaar + offene Linien und als wäre das noch nicht genug fehlt auch noch ein Bauer... bis auf den Doppelbauern und die dadurch etwas "geschwächte" weisse Diagonale hat man auch keine Kompensation - man sah Werner auch an dass dies so nur noch wenig Spaß bereitete, doch er kämpfte munter weiter und zeigte Teamgeist!
In der Zwischenzeit hatte sich Norbert mit einem sehr spekulativem Läuferopfer auf h7 -welches sein Gegenüber mit sich und seinem Aufbau hadernd annahm- und zudem nicht der schärfsten weiteren Zugfolge an den Rand der Niederlage gebracht. In diese stieß ihn der Schwarze durch Vereinfachungen und daraus resultierend einer ganzen Minusfigur wenig später auch ganz 1:2. Doch noch schien zumindest ein 4:4 greifbar.
An Brett eins war es wieder mehr als ungesund was der Wilhermsdorfer da Eröffnungstechnisch aufbot, mal wieder eine sehr eigene Interpretation der "Modern Defense" Laughing out loud ...

hier geschah gerade 7... b5?!, welches den einzigen Vorteil eines relativ großen Zeitverbrauchs hatte - der Bauer ist bald eh weg, nur sollte ich das erst mitten in der Abwicklung realisieren 8. Se2 Sd7 9. c3 Sb6?! und ich notiere lautm Fish bei etwa -1.8

10. d5 (schaut nach Bauerngewinn aus, doch z.B. 0-0 hält einfach den Stellungsvorteil fest und ich muss erstmal meine Figuren sortieren) 10... cxd5 (ist einfach die aktivste "Lösung") 11. Lxb5+ Ld7 12. LxLd7+ DxLd7 13. exd5 lustige/verpeilte Story am Rande: hier dachte ich noch "oh schön den d-Bauern kann man nicht auf Dauer halten und ich gewinne somit einen Bauern und steuere auf ein angenehmes Endspiel zu... wenig später aus der Sicht meines Gegners schauend traute ich meinen Augen nicht - das wird kein Mehrbauer, sondern der Minusbauer ist noch mein (hatte anscheinend völlig übersehen dass der ja zuvor auf b5 schon eingesammelt wurde)" Tongue ätsch - aber gut, zumindest schätzte ich die Stellung grob richtig ein, selbst im Gefühl eines Mehrbauern (ich schüttele immer noch den Kopf darüber...) 13... Db5 folgte und der Bauer sollte wenig später, verbunden mit dem besseren Endspiel zurückgewonnen werden.
Michael an Brett drei hatte seinen Vorteil nicht weiter ausbauen können und noch viel schlimmer - sein Gegner verbesserte mit aller Ruhe immer mehr seine Stellung und wir gerieten langsam aber sicher in alleinige Passivität. So hieß es dann auch nach nur 31 Zügen die Niederlage anzuerkennen - stark weitergespielt vom Weissen und trotz glattem Minusbauern einfach nicht aufgesteckt! 1:3
Was nun allerdings auf Brett sieben passierte ist schier nicht zu glauben - schlichtweg der Bock des Jahres! Nach einigen Mittelspielverwicklungen kam Patrick in diese in etwa ausgeglichene Stellung

Patrick war gerade auf Damenjagd und preschte seine beiden Springer nach vorne, so gesehen war 18... Se4 auch völlig in Ordnung 19. fxe5 ist wohl die aggressivste Antwort dxe5 spielt man wegen d6+ etc ungern - doch ist es einfach am besten (bzw die einzige Wahl...) und nach z.B. Kh8 dxc7 Sfxg3! ist alles ok
19... SxLc3?? das geht hinten und vorne einfach nicht, da der Springer auf e2 -welcher die Dame zurückbringen soll- noch vom Läufer gedeckt wird - doch in der Eile des Gefechts übersehen dies glatt beide und es kommt 20. SxSc3?? - gut geblufft Herr Launer könnte man sagen, doch Patrick konnte die Nachricht des Dameneinstellers nach Partieende erstmal schlicht nicht glauben, also dick Glück gehabt... denn jetzt darf die Dame auf e5 zurücknehmen und die Stellung ist recht angenehm zu spielen! Patrick spielte auch sehr gut weiter und daher machen wir jetzt einen kleinen Sprung zur schon wichtigsten Entscheidung der gesamten Partie.

der Anziehende hatte gerade mit der aktivsten Idee h5 vorangezogen - im praktischem Sinne war dies perfekt und schlichtweg richtig - folgen sollte jetzt wohl gxh5 und Schwarz steht schon deutlich besser. Der sofortige Bauerngewinn mittels 28... Sxd5? hat ein wichtiges Mattbild übersehen 29. h6+! Kh8?! und ab jetzt spielt nur noch der Büchenbacher (eine Chance zum Remis gab es noch, doch die Zugwiederholung mittels Tf2 etc wurde ausgelassen) 1:0 nach 41 Zügen und für die Mannschaft das "brenzlige" 1:4.
Und was machte Werners Stellung? Sie wurde nicht viel besser, doch es wurde weiter gekämpft

der Fish ist schon bei -4 angelangt und hier glaube ich ihm ausnahmsweise auch mal (wobei er da auch nicht wirklich notwendig war...) Shock - doch der Nachziehende hat nach dem gerade gespieltem 21.Kg2?? die Möglichkeit die Partie sofort zu beenden Lg1!! und Werner kann zwischen Figurenverlust + schlechter Stellung oder Matt wählen - Aufgabe wäre hier dann wohl die beste Alternative gewesen - auf KxLg1 folgt Te1+ und der zweite Turm nervt zugleich auf Td1... Verteidung ist einfach keine mehr vorhanden, also bliebe nur h4, auf welches jedoch ebenso Te1 mit dem Spieß auf den Springer kommt. Es kam 21... Ld2?! und Werner ist nach 22. Sc3 wieder ein bisschen im Spiel. In der Folge wurde dann einiges abgetauscht und das Turmendspiel mit Minusbauern hielt Werner dann relativ souverän Remis! Da sieht man mal wieder - Kampfgeist wird belohnt, auch wenn dies gleichsam die Niederlage für uns bedeutete 1,5:4,5.
Darauf gab es an Brett eins auch ein Händeschütteln - jedoch eins zum Siege. Was hatte sich zugetragen... nach dem Bauernverlust konnte ich diesen wie geschrieben nach etwas "lavieren" zurückgewinnen und ins bessere Endspiel überleiten. Der Hauptvorteil lag unter anderem aber auch im enormen Bedenkzeitvorsprung von fast einer Stunde und so gab es hier

bei nur noch etwa 10 Minuten auf der Uhr das eher suboptimale 29. La5?? wonach es durch 29... TxSc6 etc mehr oder weniger schon vorbei ist, doch auch ohne den Läuferausflug dürfte die Stellung schon mehr als schwierig zu halten sein. Im Endspiel brannte dann auch nichts mehr an und als sich der eine weisse Turm dann auch noch in sein Gefängnis

begab war die 1 zu vermelden - 2,5:4,5 also.
Rudi war noch am kämpfen - es wurde aus der passiven Stellung heraus der aktivste Plan gewählt und dies Risiko schien jedoch zu großer Natur gewesen zu sein, denn hier

dürfte der Sieg des weissen Favoriten nur noch eine Frage der Zeit sein. Es schlug gerade auf h7 ein und der König muss schnellstens hinfort! 30... Kf8 31. Df5 Dd5 nun gut, Damentausch und fertig, aber eine geroße Auswahl an Verteidigungsideen hatte Rudi auch nicht mehr. 32. dxc5?? Aua, und weg ist der Turm 32... DxTb7--+ der Anziehende kann nun nur noch gewinnen - ein Zug und die Partie ist weg... wenn uns alle dieser Wettkampf eines gelehrt haben dürfte dann dies + Schach ist böse (manchmal zumindest) und für Masochisten geschaffen Crazy !
Der Rest bedarf keiner größeren Betrachtung mehr, ausser dass es durch einen Läufereinsteller in leichter Zeitnot fast noch mal spannend wurde... 0:1 nach 46 Zügen, zum Endstand von 3,5:4,5, welcher so sicherlich in Ordnung geht. Dennoch, da war mehr drin - jedoch für beide Seiten - ein Bock folgte eben dem anderen! Nehmen wir etwas positives mit in die letzten zwei Spieltage der Saison 2010/11, so haben wir diesmal 50% der Punkte geholt und überall ordentlich Kampfgeist bewiesen - Glück scheint jetzt allerdings aufgebraucht...
Am 03.04. geht es dann auch schon zum SK Zirndorf um dann am 15.05. noch mal im Bürgersaal gegen Rothenburg aufzuspielen - wir werden uns so teuer wie möglich verkaufen. Mit einem Auge wird dennoch schon mal auf die nächste Saison wieder in der Kreisliga 1 geschaut (wir können einfach nicht mehr zwei Jahre hintereinander in der selben Liga spielen Smile ) - da passiert auch nur verrücktes.
Gut, die beiden Absteiger Herzogenaurach und Forchheim 3 marschieren wieder zurück in den Bezirk, doch dass der Meister des Vorjahres so untergeht und gar absteigt war nicht zu erwarten und zeigt wieder mal wie eng die K1 besetzt ist. Der SV Neustadt/Aisch kommt auch wieder hoch und die Daumen seien noch der SG aus Fürth gedrückt, so dass man sich im nächsten Jahr wiedersehe!
Glückwunsch auch schon mal nach Erlangen, welche mit diesem starken Team sicherlich Chancen auf den Klassenerhalt in der Bezirksliga 1 haben werden - jetzt gilts noch die 100% Punktausbeute als Krönung draufzusetzen - hopp, auf gehts!

SG Wilhermsdorf/Langenzenn 1  1761   3,5 : 4,5   SG Büchenbach/Roth 3               1704
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Eber Fabian                   1937   1   : 0     Dr. Wiedemann Hans-Jörg            1703
Eberle Dieter                 1947   1   : 0     Diebel Günter                      1704
Jagla Michael                 1882   0   : 1     Martin Hans                        1757
Käferlein Werner              1708   0,5 : 0,5   Zedlitz Friedemann                 1715
Derbsch Rudi                  1577   1   : 0     Braun Michael                      1849
Anskat Michael                1587   -   : +     Bilek Stefan                       1644
Launer Patrick                1652   0   : 1     Di Bonaventura Stefan              1637
Franz Norbert                 1621   0   : 1     Krajczy Werner                     1562

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